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Zu den aufschlußreichsten Beispielen zur Demonstration der Notwendigkeit einer eigenen Sozialberichterstattung über Kinder gehört der Nachweis, daß Veränderungen in den Maßzahlen generativen Verhaltens (wie z.B. in den zu-sammengefaßten Geburtenziffern) nichts über die Lebensbedingungen von Kindern bezüglich ihrer Geschwisterzahlen auszusagen vermögen (Qvortrup 1991, 1993). So ist in der öffentlichen Diskussion immer wieder die Behauptung aufgestellt worden, die in Deutschland seit Beginn der 70er Jahre unter 2.0 gesunkenen zusammengefaßten Geburtenziffern führten dazu, daß Kinder typischerweise als Einzelkinder aufwachsen (und deshalb ein Interventionsbedarf zugunsten von Sozialisationsbedingungen bestehe, die “Geschwisterersatz” durch Gleichaltrigengruppen bereitstellen). Solche Behauptungen wären nur dann gerechtfertigt, wenn das Absinken der Geburtenziffern ausschließlich auf das Ausbleiben von zweiten Geburten oder noch höherer Parität zurückzuführen wären und z.B. nicht auf einen Anstieg von dauerhaft kinderlosen Frauen bei gleichzeitig weitgehend unverändertem generativen Verhalten solcher Frauen, die sich für Kinder entschieden haben: In diesem Fall würden sich für die Geschwisterbeziehungen von Kindern (trotz gesunkener Kinderzahlen) keinerlei Veränderungen ergeben. In abgemilderter Form vermitteln auch Haushaltsstatistiken ein verzerrtes Bild der Geschwisterbeziehungen von Kindern.
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