No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
ZusammenfassungWer heute von Politischer Psychologie sprechen will, findet seinen Gegenstand seltsam entaktualisiert vor: Psychologen äußern sich nur selten zu politischen Fragen. Selten auch reflektieren sie den Zusammenhang zwischen ihren Methoden, Theorien, Begriffen, den Organisationsformen ihrer Arbeit und sozialen Prozessen. Es überwiegt deutlich die äußerliche Anwendung psychologischen Denkens — was immer das sein mag — auf Geschehensabläufe. Als sei die Identität des Psychologen durch seine Moral, die gleichsam die “Richtigkeit” der Anwendung seiner wissenschaftlichen Ansichten regelt, immer schon vorab gesichert, eilt er den Geschehnissen interpretierend nach und ignoriert den einfachen Sachverhalt, daß er kategorial immer schon da war. Man mag derlei Phänomene der wissenschaftlichen Spezialisierung und der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zurechnen. Doch im Falle der Politischen Psychologie wäre das bloße Ausrede: sie ist, ob sie will oder nicht, aus Gründen ihrer Empirie und der spezifischen Wege ihrer Theoriebildung auf dauernde praktische Vermittlung ihrer Erkenntnis zu den sozialen Prozessen ihrer Zeit angewiesen. Denn dort stellt sich ihr Gegenstand überhaupt her. Nicht die ‘richtige’ Moral des Psychologen macht aus ihm einen politischen. Man empfängt da die Vernunft nicht — jedenfalls nicht nur und nicht einmal wesentlich — aus dem Herzen (Pascal), sondern aus der Beziehung auf den Gegenstand und aus der Reflexion der Beziehung zu diesem.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 0 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.