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Zu den Herausforderungen, denen sich eine zeitgemäße Journalismusforschung zu stellen hat, gehört die Klärung des Verhältnisses von Theoriebildung und empirischer Analyse. Denn mit ihm ist ein wichtiges, derzeit wenig beachtetes Forschungsproblem verbunden, das darin besteht, dass jede wirklichkeitsbezogene Forschung immer auch Gefahr läuft, den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess vorzeitig abzuschließen. Ausgangspunkt der Überlegungen hierzu bildet die These der Komplementarität von Theorie und Empirie, nach der ohne Theorie keine empirische Forschung möglich ist und ohne Empirieverpflichtung jede Theorie leer laufen, quasi zum ‚Glasperlenspiel‘ verkommen würde. Ersteres ergibt sich aus dem Umstand, dass ein theoriefreies Beobachten ein Ding der Unmöglichkeit ist (vgl. Popper 1989; Quine 1975). Letzteres, also die Empirieverpflichtung von Theorie, ist der Tatsache geschuldet, dass die Journalismusforschung als Teil der Erfahrungswissenschaften sich notwendig auf ein Objekt der Sozialwelt, etwa den Journalismus in der modernen Gesellschaft, bezieht. So bleibt die Journalismustheorie wie alle sozialwissenschaftlichen Theorien dem Ziel empirischer Wirklichkeitsexploration untergeordnet. Darüber besteht weitgehend Konsens; doch gibt es innerhalb des Forschungsfeldes unterschiedliche Vorstellungen darüber, welches wissenschaftliche Vorgehen dabei möglich und sinnvoll ist. Sie manifestieren sich in den beiden derzeit dominierenden Denk- und Forschungstraditionen innerhalb der Journalismusforschung, deren Vorstellungsweisen so etwas wie zwei konkurrierende Paradigmen im Forschungsfeld bilden:1 das Personen- und das Systemparadigma.2
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