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Als 1962 - also vor 35 Jahren - ein junger Privatdozent auf der Tagung experimentell arbeitender Psychologen seine 10 Rahmenthesen zur Motivation vorstellte, regte sich bei einem der Zuhorer, bei Heinrich Duker, immer mehr Unmut, der in der Frage gipfelte: “Wo bleibt denn in Ihrem Ansatz der Wille?”. Heinz Heckhausen, so hies der junge Privatdozent, konterte sehr eloquent “Den Willen brauchen wir nicht mehr!” 1 . Heckhausen konnte sich mit seinen Ideen durchsetzen, und der Begriff Wille wurde fur geraume Zeit aus der Fachsprache verbannt - und blieb sozusagen unter Quarantane. Wie sich die Zeiten andern. Die Quarantane wurde von Heckhausen selbst etwa 20 Jahre spater aufgehoben. Ohne den Willen - oder neudeutsch: ohne die Volition - schien die Motivationspsychologie in einer Sackgasse zu sein. Der Volition wurde eine eigene “neue” Funktion zugewiesen, und in diesem Zuge wurde per Federstrich der Motivation ein groser Teil ihres bisherigen Wirkungskreises abgesprochen. In dem vor uber 10 Jahren von Heckhausen und Mitarbeitern vorgestellten Rubikonmodell wurde dies umgesetzt (Heckhausen & Gollwitzer, 1987). Motivation und Volition haben in diesem sequentiellen Handlungsmodell ganzlich unterschiedliche Aufgaben zu leisten: Nach einer durch Motivation gesteuerten Wahlphase, die mit einer Intentionsoder Vornahmebildung - dem Rubikonubertritt - endet, ubernimmt die Volition den Staffelstab, um die Planung und schlieslich die Initiierung, Ausfuhrung und Beendigung der notwendigen Handlungsschritte zu steuern. Motivation ist Spezialist fur das Wahlen, und Volition ist Spezialist fur die Handlungsplanung und -ausfuhrung. Diese begriffliche Fassung von Volition teile ich nicht, da ich im Gegensatz zu den rationalen Handlungsmodellen (wie z.B. dem Rubikonmodell) einen pragmatischen eher biologisch orientierten Zugang zur Handlungserklarung praferiere. In meinen nachfolgenden Ausfuhrungen mochte ich dieses naher begrunden (vgl. Sokolowski, 1996). Ich prafe1 Diese Episode berichtete Odmar Neumann, der damals anwesend war. riere ein Modell, in dem Motivation und Volition prinzipiell dieselben Aufgaben bewaltigen konnen - namlich Zielfindung sowie Handlungsplanung und -steuerung - und somit in Konflikt miteinander treten konnen. Ich gehe also von zwei voneinander weitgehend unabhangigen, parallel arbeitenden Systemen aus, die in unterschiedlichen Epochen der Stammesgeschichte entstanden sind und deren wesentliches Unterscheidungsmerkmal darin liegt, das Motivation ohne notwendige Bewustheit auskommt und der Wille vom Bewustsein ausgeht. Uber das Schicksal eines Vortrages
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