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In Deutschland ist die Psychoanalyse in jüngster Zeit wissenschafts- und berufspolitisch unter Legitimationsdruck geraten, weil in der Psychotherapieforschung und zunehmend auch von Psychoanalytikern „Wissenschaft“ mit der Anwendung des Methodenkanons der nomologischen Psychologie gleichgesetzt wird. Gegen diese Mode werden zentrale Schwachstellen des nomologischen Paradigmas ausführlich dargestellt. Seine wissenschaftstheoretischen Grundlagen sind äußerst dürftig; sie orientieren sich am — längst überholten — Bild der Physik zu Anfang des Jahrhunderts. Demgegenüber wird auf die zeitgenössische Diskussion um „Ursachen“ versus „Gründe“ in der sprachanalytischen Philosophie hingewiesen. Es werden die Fragmentierung der nomologischen Theorie, deren notorisch prekäre Verbindung zur Praxis sowie die Vernachlässigung ethischer Aspekte ausführlich dargestellt. Es wird darauf hingewiesen, daß gerade im Moment Entwicklungen in der nomologischen Psychologie zu erkennen sind, die in Richtung einer Rehabilitierung des psychoanalytischen Zugangs zum Psychischen laufen.
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