Kaum ein Thema der Stadt- und Regionalentwicklung wurde in den letzten Jahren so leb haft diskutiert wie die These von der Reurbanisierung. Die Debatte hat hierbei einen durch aus bemerkenswerten Verlauf genommen: Unter dem Eindruck einer Hochphase der Wohnsuburbanisierung wurde noch Mitte der 1990er Jahre von Stadtflucht, einer Auflösung oder sogar einem Verschwinden der Städte gesprochen. Auch erste empirische Anzeichen für ein deutliches Abschwächen der Abwanderungen aus den Kernstädten ins Umland haben zunächst keine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Doch Mitte der 2000er Jahre vollzog sich innerhalb kurzer Zeit eine diskursive Wende, die eine rasante Eigendynamik entfaltet hat. Marktstudien der Immobilien- und Wohnungswirtschaft, Expertenein schätzungen und Medienberichte sorgten im Zusammenspiel dafür, dass sich das Stim mungsbild wandelte. Plötzlich wurde voller Überzeugung eine Renaissance der Städte aus gerufen bzw. von einer Reurbanisierung des Wohnens gesprochen.
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