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Eines der 55 Stadt-Portraits, das Marco Polo dem Mongolenherrscher Kublai Khan in Italo Calvinos Unsichtbaren Städten beschreibt, stellt Bauci dar, eine Stadt auf dünnen Stelzen, »die sich in großen Abständen von der Erde erheben und über den Wolken verlieren (...). Man gelangt mit Leitern hin auf«. Calvino schreibt über Baucis Einwohnerinnen und Einwohner: »Auf der Erde erscheinen die Einwohner selten: Sie haben schon alles Notwendige oben und kommen lieber nicht herunter. Nichts von der Stadt berührt den Boden, ausgenommen diese langen Flamingobeine, auf denen sie ruht, und an hellen Tagen ein durchbrochener eckiger Schatten, der sich auf dem Blätterwerk abzeichnet. Drei Hypothesen stellt man über die Einwohner von Bauci auf: daß sie die Erde hassen; daß sie einen solchen Respekt vor ihr haben, jede Berührung zu meiden; daß sie sie lieben, wie sie vor ihnen gewesen und nicht müde werden, sie mit abwärts gerichteten Ferngläsern und Teleskopen Blatt um Blatt, Stein um Stein, Ameise um Ameise zu mustern, und fasziniert ihre eigene Abwesenheit betrachten« (Calvino 2000, S. 89 f.). Die Baucianer halten sich also aus drei Gründen in Distanz zu den Erdbewohnerinnen und Erdbewohnern: Aufgrund tiefgründiger Abneigung diesen gegenüber (Hass), ehrfurchtigen Abstandhaltens zu diesen (Respekt) bzw. einer nostalgisch-verklärten Betrachtung von deren Fremdheit (Faszination der eigenen Abwesenheit).
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