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Worin besteht die spezifische Macht, die sich in der Durchsetzung und Stabilisierung von Leitideen und Geltungsansprüchen manifestiert? Im Gegensatz zu den vermeintlich „harten“ Formen der Machtdurchsetzung, die sich notfalls auf den Einsatz gewaltförmiger Zwangsmittel militärischer, polizeilicher oder auch ökonomischer Natur stützen können, lässt sich die Erzeugung institutioneller, d.h. auf Dauer gestellter Geltung nur schwer unter solchen Bedingungen allein denken. Auf subtilere Art und Weise wirkt eine Macht, die sich nicht auf unmittelbare, notfalls zwangsbewehrte Handlungsbeeinflussung richtet, sondern die ihre Wirkung dort entfaltet, wo über Themen verhandelt wird, wo Fragen gestellt und Antworten erwogen werden. Eine solche Macht verfügt nicht in direkter Weise über einen anderen Willen, sondern wirkt mittelbar darauf ein, welche Themen, welche Wertungen und welche Überzeugungen dominieren, was legitimerweise öffentlich erörtert werden kann, mit welchen Kategorien und Begriffen über welches Thema diskutiert wird, welche Vorbilder und Referenzen herangezogen werden, welche Wert- und Zielvorstellungen politisch relevant sind. Wie werden politische Kommunikationsräume besetzt und mit welcher Aufmerksamkeit kann gerechnet werden? Die Geltung institutioneller Ordnungen hängt davon ab, ob es gelingt, einen Gründungsakt oder eine Leitidee gegenüber konkurrierenden Ordnungsvorstellungen zu verstetigen und im Wechselspiel der Interpreten zu behaupten.1 Dieser Prozess spielt sich nun gerade nicht zwischen abstrakten, vom platonischen Himmel gefallenen Leitideen ab, sondern impliziert die Mobilisierung von unterschiedlichen politischen und sozialen Legitimitätsressourcen, die in ihrer Gesamtheit zur konstruktiven Erzeugung einer als legitim akzeptierten Deutung beitragen.
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