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Öffentliche Meinung bezeichnet die Gesamtheit von öffentlichen Sprecherbeiträgen. Sie wird da zu einer soziologisch bedeutsamen Größe, wo sich die Vielfalt der Themen und Meinungen zu geteilten kollektiven Themen und Meinungen verdichtet (Gerhards/Neidhardt 1991; Neidhardt 1994; Noelle-Neumann 1982). Noelle-Neumann (1973) benennt in ihrer Untersuchung zu „Kumulation, Konsonanz und Öffentlichkeitseffekt“ die Übereinstimmung von Medienbotschaften als grundlegende Wirkungsbedingung für Meinungsverschiebungen im Publikum. Demnach führt nicht nur die häufige Konfrontation mit bestimmten Themen und Meinungen, sondern v.a. das Fehlen alternativer Botschaften langfristig zu einer Veränderung individueller Einstellungen. Die Verdichtungen von Themen und Meinungen in der öffentlichen Kommunikation sind auch in Bezug auf das politische System nicht konsequenzenlos. Sie markieren Bedingungen, unter denen eine Bearbeitung der entsprechenden Konfliktlagen oder Probleme wahrscheinlicher wird. Die Entscheidungsträger können bei hoher Übereinstimmung im Mediensystem unter erheblichen Druck geraten (vgl. dazu auch die Hypothesen in Kapitel 4). Obgleich der publizistische Meinungsbereich, der der Gegenstand unserer Untersuchung ist, dem Politischen vorgelagert und selbst kein Entscheidungs- oder Handlungssystem ist, kann so immerhin eine Art Belagerungszustand des politischen Zentrums erzeugt werden.
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