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Aktuelle Überlegungen zu Implikationen poststrukturalistischer Theorien für eine erziehungswissenschaftliche und (sozial-)pädagogische Praxis operieren häufig mit dem Begriff der Haltung, ohne ihn genauer zu explizieren. Jörg Zirfas beispielsweise, der aktuelle Identitätstheorien vor dem Hintergrund der Dekonstruktion nach Derrida beleuchtet, spricht von einer „(pädagogische[n]) Haltung der Offenheit“ (Zirfas 2001: 60). Melanie Plößer, die den Parteilichkeitsbegriff der feministischen Mädchenarbeit einer dekonstruktiven Lektüre unterzieht, benennt die daran anschließenden pädagogischen Überlegungen als „alternative pädagogische Haltungen“ (Plößer 2005: 211). Angeregt durch derartige Hinweise fragen wir im Folgenden nach dem Verhältnis von Dekonstruktion und Haltung. Neben Ausführungen zum Haltungsbegriff stellen wir unser Verständnis der Dekonstruktion nach Derrida dar und überführen unsere Denkbewegungen schließlich in folgende Fragen: Könnte die Dekonstruktion eine ethische Haltung normativ orientieren? Oder müsste ein ethischer Haltungsbegriff nicht zunächst selbst dekonstruiert und verschoben werden? Was spricht dafür, von einer „dekonstruktiven Haltung“ zu reden? Wird dadurch eine andere Sicht auf Differenz und Andersheit möglich? Und wie könnte eine solche Haltung in sozialpädagogischen Handlungszusammenhängen schließlich konkret aussehen?
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