Das Thema ‚Internet-Journalismus’ wird in diesem Beitrag in zwei Perspektiven erörtert: Zum einen wird der Frage nachgegangen, wie der klassische Journalismus, der professionell betrieben und redaktionell organisiert ist, ins Internet expandiert (Abschnitt 1). In dieser Perspektive stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Journalismus in den traditionellen Massenmedien und im Internet: Wie engagieren sich Presse und Rundfunk im neuen Medium? Welche crossmedialen Strategien verfolgen sie? Wie passen sie sich den Gegebenheiten und Erwartungen im Internet an? In der zweiten Perspektive ist der Blick ausschließlich auf das Internet gerichtet: Hier stellt sich die Frage, wie sich aktuelle Öffentlichkeit durch und im Internet wandelt – und damit auch der Journalismus. Der zentrale Gesichtspunkt ist hier, dass das Internet den Zugang zur Öffentlichkeit erweitert und damit den Kreis der potenziellen Kommunikatoren: Ohne großen Aufwand kann jeder im Internet publizieren. Eine Konsequenz dieses Partizipationsgewinns: Der Journalismus ist nicht mehr die zentrale Filterinstanz, die jede publizierte Nachricht passiert haben muss. Dass der Journalismus gleichwohl im Internet notwendig bleibt, lässt sich mit der quantitativen und qualitativen Überforderung der Nutzerschaft begründen. Wer aber erledigt die journalistischen Aufgaben im Internet, wer selektiert, recherchiert, prüft, kommentiert, präsentiert und aggregiert aktuelle Informationen? Tritt neben den professionell-redaktionellen Journalismus ein ,Bürgerjournalismus’? Lässt sich journalistische Arbeit gar durch Computeralgorithmen automatisieren? Gibt es also funktionale Äquivalente zum klassischen Journalismus im Internet? Diese Fragen werden in Abschnitt diskutiert. Abschließend werden die Konturen einer integrierten Netzwerköffentlichkeit skizziert.
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