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Wir leben erkennbar in einer Zeit des Umbruchs auf den unterschiedlichsten Ebenen, eines Umbruchs, der durch die unterschiedlichsten Phänomene charakterisiert ist: das allmähliche oder auch plötzliche Nachlassen der Verbindlichkeit der „finalen Systeme“ wie Religionen oder Ideologien, das allmähliche Verschwinden von Normalitäten wie „Normalbiographien“, das Nachlassen der lebensprägenden Auswirkung der Geburtskollektive, der Druck auf die Individuen, sich als Selbst zu erkennen, zu entwickeln und zu realisieren, die Pluralisierung unseres Wertekosmos und der sozialen und geographischen Bezugsräume. Über die Tatsache, daß es sich hierbei um einen großrahmigen Umbruchsprozeß handelt, wird kaum noch gestritten, allerdings über seine Einschätzung — ob es sich nun um das Ende der Geschichte, die beginnende Vollendung der Moderne oder eine neue Postmoderne handelt. Das ist auch nicht unser Thema, nehmen wir daher das Charakteristikum „Postmoderne“ als ein Wort, das diese Situation kennzeichnet.
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