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Der Hamburger Landesbetrieb Krankenhäuser (LBK) wurde 1995 als eine wirtschaftlich und rechtlich eigenständige Anstalt öffentlichen Rechts gegründet, um die Umstrukturierung der Krankenhäuser umzusetzen.Dies geschah in enger Absprache mit den Betriebsräten.Nachdem die Sozialdemokraten im Jahr 2001 die Wahlen in Hamburg verloren hatten, strebte der Hamburger Senat jedoch die Privatisierung der Krankenhäuser an.Für Beschäftigte wie Patienten stand viel auf dem Spiel: Der LBK war, nach Airbus, Hamburgs zweitgrößter Arbeitgeber und verfügte über die Hälfte aller Krankenhausbetten in der Stadt.Auch wenn die Gewerkschaft ver.di und die Betriebsräte eine Privatisierung nicht verhindern konnten, so gab esdank eines bewegungsgewerkschaftlichen Ansatzes (Social Movement Unionism)doch Mobilisierungserfolge.Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder unter den Klinikbeschäftigten verdoppelte sich zudem in der anschließenden Tarifauseinandersetzung.In der Folge wurden zuvor erreichte tarifliche Standards trotz Privatisierung erhalten.Dieses Beispiel zeigt: Gewerkschaften sind nicht nur in den Arbeitsbeziehungen und auf nationaler Ebene institutionell verankert, sondern sie sind auch mit der Lokalpolitik und der Zivilgesellschaft verflochten.Wenn Regierungsparteien und Arbeitgeber ihr Interesse an Sozialpartnerschaft verlieren, können Gewerkschaften ihre Strategien ändern, mit dem Ergebnis, dass örtliche Gewerkschaftsorganisationen erstarken und ihre Ziele durchsetzen können.Offenbar sind Gewerkschaften auch te, die sich aber erst zeigte, als sie stärker unter Beschuss gerieten.Als in den 1990er Jahren die Tarifbindung abnahm, fanden sich die Gewerkschaften zunehmend darauf beschränkt, sich mit der Schrumpfung ihrer verbliebenen Hochburgen in den Großunternehmen zu befassen und mit den Arbeitgebern über Personalabbau zu verhandeln (Streeck 2001).Co-Management auf Unternehmens-und Branchenebene verstärkte die Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt (Thelen/Kume 2006), Flächentarifverträge wurden durch betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungssicherung in einzelnen Unternehmen unterminiert (Seifert/Massa-Wirth 2005).Die Krise der Gewerkschaften und die damit verbundenen Entwicklungen boten nunmehr Beobachtern aus den USA ein vertrautes Bild."Social movement unionism", also bewegungsgewerkschaftliche Ansätze in Anlehnung an Formen und Praxis anderer so-Von sozialen Bewegungen lernen: Ein Impuls für deutsche Gewerkschaften Ian Greer Wie können Gewerkschaften in einem gewandelten, neoliberalen Umfeld erfolgreich agieren?Die Privatisierung der städtischen Kliniken in Hamburg -bei der seitens der Gewerkschaft sowohl der Weg der Kooperation wie der der Konfrontation beschritten wurdegibt ein bemerkenswertes Beispiel für den Wandel von Arbeitgeber-und Gewerkschaftsstrategien. Mit Anleihen bei sozialen Bewegungen können Gewerkschaften, so zeigt die Erfahrung, solche Konflikte nicht nur besser bestehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorgehen. 1 1 Dieser Beitrag basiert auf 44 Interviews mit Funktionsträgern der Gewerkschaft, Betriebsräten, Politikern und Verwaltungsangestellten in Hamburg in den Jahren von 2003 bis 2007 sowie auf Gesprächen mit Gewerkschaftsvertretern in anderen Städten und auf Bundesebene.
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