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ZusammenfassungIn den siebziger Jahren, als sich die räumliche Planung als eigenständige Disziplin an den Universitäten etablierte, waren sich die Beteiligten einig, dass die gesellschaftswissenschaftlichen Anteile fester Bestandteile jeder Planerausbildung sein sollten. Neben den ingenieurswissenschaftlichen und künstlerischen Anteilen aus Architektur und Städtebau waren es Recht, Ökonomie und Soziologie, die die Curricula der Ausbildung ausmachten. Gerade die Soziologie mit ihrer nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogenen Praxisorientierung auf soziale Probleme der städtischen Gesellschaft bot sich als wichtiger Wissensbestand für die städtische Planung an. In den klassischen empirischen Studien der Gemeindesoziologie der frühen Nachkriegszeit und später in der Großstadtforschung waren Arbeiten vorgelegt worden, die sich als Wissen für die Planung gut eigneten. Die 1948 begonnene Darmstadtstudie, von einem amerikanisch-deutschen Soziologenteam durchgeführt (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 1956), und die vielen folgenden Untersuchungen in anderen Gemeinden beschrieben die soziale Situation jener frühen Nachkriegszeit (Croon/Utermann 1958; Mackensen u. a. 1965; Schwonke/Herlyn 1967). Auch die Großstadtforschung, die theoretisch die Grundformen städtischen Lebens erforschte, hatte einen Praxisbezug (Bahrdt 1961; Pfeil 1950). Ging es doch darum, die Städte wieder aufzubauen und das Leben in ihnen moderner zu gestalten. Das wesentliche Instrument dazu bildeten die umfangreichen Stadterneuerungsprogramme der siebziger Jahre, die in ihren Zielsetzungen mit der Beseitigung baulicher Missstände auch soziale Missstände beseitigen wollten. Altbaubestand wurde zunächst abgerissen, später dann saniert. In jedem Fall aber waren die Bewohner von diesen Maßnahmen betroffen. Fragen der Segregation und sozialen Mischung wurden diskutiert und der Sanierungsprozess „sozialverträglich“ organisiert (Terlinden 1994) – Aufgaben, die von der Planung an die Stadtsoziologie delegiert wurden.
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