Postkolonialismus: Subjektivität, Rassismus und Geschlecht
Abstract
Als Zauberwort der Kultur- und Literaturwissenschaften taucht die Bezeichnung „Postkolonialismus“ in den 1990er Jahren im englischsprachigen Raum auf. Unter der Rubrik „Postcolonial Studies“ versammeln sich eine Reihe von kulturtheoretischen, sozialhistorischen und sozialwissenschaftlichen Arbeiten, die von der Kritik am europäischen Kolonialismus der 1940er und 1950er, über die Imperialismustheorie der 1970er Jahre und die Auseinandersetzungen um Diaspora, Migration und Rassismus der 1980er und 1990er Jahre in den westlichen Länder reichen. Im deutschen Kontext ereignete sich die Auseinandersetzung um die Spuren des Kolonialismus im Werden und Machen von Welt, Menschen und Dingen an mindestens zwei Orten: zum einem im akademisch und kritisch-künstlerischen Bereich, in dem „Postkolonialität“ als „neues Postmoderne-Potpourri“ und anglophones Exportgut behandelt wird, und zum anderen kam es bei TheoretikerInnen und insbesondere feministischen Denkerinnen mit einem Diaspora-, Exil- und Migrationshintergrund angesichts ihrer eigenen Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte und den Rassismuserfahrungen in der Bundesrepublik zu einer verstärkten Rezeption postkolonialer Theorie (vgl. Gutiérrez Rodríguez/Steyerl 2003, Gelbin/Konuk/Piesche 1999). Insbesondere Schwarze Deutsche Feministinnen haben auf die koloniale Kontinuität deutscher Geschichte hingewiesen (vgl. Oguntoye u.a. 1986, Oguntoye 1996, Ayim 1997, Hügel-Marshall 2001, El-Tayeb 2001).
Cite this
Encarnación Gutiérrez Rodríguez (2008). Postkolonialismus: Subjektivität, Rassismus und Geschlecht. VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks. https://doi.org/10.1007/978-3-531-91972-0_31
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