Das Konzept des „doing gender“ entstammt der interaktionstheoretischen Soziologie und ist in der Geschlechterforschung zu einem Synonym für die in dieser Tradition entwickelte Perspektive einer „sozialen Konstruktion von Geschlecht“ geworden. „Doing gender“ zielt darauf ab, Geschlecht bzw. Geschlechtszugehörigkeit nicht als Eigenschaft oder Merkmal von Individuen zu betrachten, sondern jene sozialen Prozessein den Blick zu nehmen, in denen „Geschlecht“ als sozial folgenreiche Unterscheidung hervorgebracht und reproduziert wird. Das Konzept wurde von West/Zimmerman 1987 in einer expliziten und programmatischen Abgrenzung zur gängigen „sex-gender-Unterscheidung“ entwickelt, in der implizit von einem „natürlichen Unterschied“ ausgegangen und die kulturellen Ausprägungen von „gender“ lediglich als gesellschaftlicher Reflex auf Natur gefasst wurde.
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