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Netzwerke werden in der Forschung gern als Beziehungen zwischen „sozialen Adressen“ (Personen; Organisationen) aufgefasst, deren Muster es zu analysieren gilt. Wenn man, wie die Systemtheorie, von Kommunikation als Operation sozialer Systeme ausgeht, ist es aber keineswegs selbstverständlich, nach diesem, unter dem Titel „Netzwerkanalyse“ laufenden, Forschungsprogramm zu verfahren. Publikationen etwa richten sich meist an ein weitestgehend anonymes Publikum. Ihre Leser können von den darin behandelten Themen fasziniert sein und sich gleichwohl desinteressiert gegenüber den Autoren verhalten. Operativ „vernetzen“ sich Publikationen mit anderen Publikationen durch Erwähnung und Zitation. Die Zurechnung von Kommunikationen auf Adressen läuft dabei zwar kontinuierlich mit. Welche Texte zitiert werden, erscheint aber (zumindest auf der Ebene der Darstellung) primär durch den jeweiligen Sachzusammenhang motiviert und so eher von sekundärer Bedeutung. Zum ergiebigen Anknüpfungspunkt für Netzwerkanalysen werden Adressen hingegen dann, wenn man annehmen kann, dass sie als eigenständige Gesichtspunkte für die Auswahl kommunikativer Anschlüsse relevant sind (Tacke 2000: 296 ff.; Bommes/Tacke 2006).
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