No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Schon dem Pensionsalter nahe, brach der standig bewegliche, mit Einladungen zu Gastprofessuren, Kongressen, Vortragen wie auch mit Ehrungen reich bedachte Geiringer noch einmal zu neuen Ufern auf sogar im wortlichen Sinne: 1962 ging er an die unmittelbar am Strand des Pazifik gelegene University of California in Santa Barbara, wo er in kurzer Zeit die Musikwissenschaft mit organisatorischem Geschick und erstaunlicher Elastizitat etablierte. Die neue Aufgabe erfullte ihn mit uberraschenden Energien, so das er weit uber die Emeritierung hinaus bis fast ins neunzigste Lebensjahr Lehrveranstaltungen abhalten konnte. Zu seinem siebzigsten Geburtstag erschien eine Festschrift (Studies in Eighteenth Century Music, London 1970). Er war Prasident der American Musicological Society und spater deren Ehrenmitglied, ferner Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, Trager des Grosen Ehrenzeichens fur Verdienste um die Republik Osterreich und korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Mit Karl Geiringer ist knapp ein Jahr nach Willi Apel, dem Schicksalsgefahrten in der Emigration, das letzte Mitglied jenes Kreises von Musikforschern dahingegangen, die, durch politische Umstande aus der deutschsprachigen Tradition verdrangt, die Musikwissenschaft nach Amerika verpflanzt haben. Seine Lebensgeschichte ist somit auch zu einem guten Teil die Geschichte unseres Faches, zu dessen Begrundern sein Wiener Lehrer Guido Adler zahlte und dessen Aufbau in der Neuen Welt Karl Geiringer ein halbes Jahrhundert lang mit unermudlichem und bewundernswertem Eifer betrieb.
Loading…
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.