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Die Bundestagswahl 2005 war unter einer Reihe von Gesichtpunkten etwas Besonderes. Nicht nur stellte die Herbeiführung einer Wahl unter diesen Umständen ein Novum dar, auch das unerwartet schlechte Abschneiden der CDU/CSU am Wahltag sowie nicht zuletzt die erste Kandidatur einer Frau für das Amt der Bundeskanzlerin erregten Aufmerksamkeit (Schmitt/Wüst 2006; Niedermayer in diesem Band). Frauen in politischen Führungsämtern sind längst keine Seltenheit mehr. In den letzten Jahren sind Frauen in einer Reihe europäischer Länder, aber auch in Afrika und Südamerika, an die Spitze der Politik vorgedrungen (van Zoonen 2006). Vor allem aus den USA ist bekannt, dass weibliche Kandidaten bei Kongress- und Senatswahlen in den Medien anders dargestellt werden, als ihre männlichen Gegenspieler (Kahn 1994a; Kahn/Goldenberg 1991). Dies bezieht sich sowohl auf die Themenstruktur der Berichterstattung, als auch ganz allgemein auf die Sichtbarkeit der Kandidaten und die Nutzung von frames. Weibliche Kandidaten sind demnach weniger präsent in der Berichterstattung, ihre Wahlaussichten werden negativer dargestellt, sie werden eher mit „Frauenthemen“ in Zusammenhang gebracht und häufiger in Verbindung zu Meinungsumfragen und Wahlprognosen erwähnt.
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