Wenn vor wenigen Jahren der Name ‚Pisa‘ fiel, dann dachten die meisten vermutlich an den ‚schiefen Turm‘ als Attraktion für Italienurlauber. Wenn heute von ‚PISA‘ die Rede ist, dann kommt als erstes die Schieflage des deutschen Bildungssystems in den Sinn. Die bislang vorliegenden Ergebnisse der internationalen Langzeitstudie PISA (Programme for International Student Assessment; vgl. Deutsches PISA-Konsortium 2001) irritieren die bildungspolitische Landschaft in einem Ausmaß, das seinesgleichen sucht. Keine andere empirische Untersuchung zum deutschen Schulsystem konnte so viel öffentliche Resonanz verbuchen. Die Flut von Diskussionen, Kontroversen und Reformplänen, die PISA nach sich zieht, ruft Erinnerungen an frühere Krisenszenarien wach: vor allem an die ‚Bildungskatastrophe‘, mit der Picht in den 1960er Jahren die deutsche Bildungspolitik wachrüttelte (vgl. Picht 1964). Die ‚Bildungskatastrophe‘ signalisierte den Beginn eines tiefgreifenden Wandels des deutschen Bildungssystems. Sie findet ihren legitimen Nachfolger im ‚PISA-Schock‘ unserer Tage.
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