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Ein großer Teil der deutschen Linken teilte in den 60er und 70er Jahren, angeregt nicht zuletzt durch die Kritik von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno an der Kulturindustrie als technisch fortgeschrittener Form des „Massenbetrugs“, einen medienfeindlichen Kulturpessimismus. Jeder Versuch einer Systemkritik werde, so deren pessimistische Annahme, vom massenmedialen Kommunikationssystem absorbiert, seiner kritischen Potenz beraubt und entgegen der ursprünglichen Intention zur Systemstabilisierung umfunktionalisiert. „Was widersteht, darf überleben nur, indem es sich eingliedert. (...) Realitätsgerechte Empörung wird zur Warenmarke dessen, der dem Betrieb eine neue Idee zuzuführen hat. Die Öffentlichkeit der gegenwärtigen Gesellschaft lässt es zu keiner vernehmbaren Anklage kommen, an deren Ton die Hellhörigen nicht schon die Prominenz witterten, in deren Zeichen der Empörte sich mit ihnen aussöhnt.“ (Horkheimer, Adorno, 1971, 118) Wolle man der Gefahr der Aussöhnung im Zeichen der Prominenz entgehen, bliebe nur die radikale Medienabstinenz.
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