Löste der Begriff „Feminismus“ in politischen und wissenschaftlichen Feldern noch bis vor kurzem weithin vor allem Distanzierungen aus, ist seit 2006 ein Meinungsumschwung zu verzeichnen: Statt back-lash kann zumindest von einem journalistischen come-back gesprochen werden (vgl. Dorn 2006, Sehrbrock 2007, Speer 2007). Was jedoch tatsächlich unter „Feminismus“ zu fassen wäre, soll im Weiteren geklärt werden. Der Begriff „Feminismus“ in seiner Bedeutung als Analyse und Veränderung von Benachteiligung lässt sich historisch nicht eindeutig zurückführen. Er taucht im Kontext der französischen Revolution auf und wird im Prozess gegen Olympe de Gouges (1748-1793) verwandt, die für ihre „Déklaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne“ geköpft wurde. Bekannt geworden ist der Begriff Feminismus durch die Schriften des Sozialphilosophen und Frühsozialisten Charles Fourier (1772-1837), insbesondere der „Théorie des Quatre Mouvements et des Destinées Générales“, in der Fourier den Grad der Befreiung der Frau als Prüfstein einer jeden Gesellschaft und allgemeinsten Maßstab der menschlichen Entwicklung formuliert: „Der soziale Fortschritt (…) erfolgt aufgrund der Fortschritte in der Befreiung der Frau“ (1966: 190).
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