... Zum Wesen des deutschen Vortrages stellte Peter Antes 1992 in der Publizistik 'fest: Die ausschliesliche Begrenzung des Vortrages auf das eigentliche Thema ist in der deutschen Tradition eher die Ausnahme als die Regel (Antes 1992: 326). Um dieser Versuchung gar nicht erst zu erliegen, habe ich das Thema meines Vortrages lieber gleich etwas weiter gefasst, namlich: Was ist, was kann und wohin mit der Zum Zustand und zur Zukunft einer Regionalwissenschaft in Deutschland. Ich mochte heute Abend vier Fragen nachgehen: Erstens, was ist ein Afrikanist? Diese Frage lose ich, anmasend, zunachst einmal ganz im Sinne des post-modemen Diskurses auf, indem ich postuliere Der Afrikanist / die Afrikanistin ist ein soziales Konstrukt. Konstituiert die Summe von Imaginationen und Reprasentationen dieserart konstruierter Wissenschaftler auch ein abgegrenztes Fachgebiet? Ich frage daher, zweitens: Gibt es eine deutsche Afrikanistik? Diese Frage hat mir offen gestanden etwas Kopfzerbrechen bereitet. Hier werden Sie gleich ein klares Ja aber horen. Aus klassifikatorischen Grunden muss es dann ja auch eine franzosische, eine hollandische oder eine englische Afrikanistik geben. Aber wie Sie sehen werden, beantworte ich diese Frage tentativ affirmativ, denn, drittens, stelle ich die Frage: Wie steht es um die deutsche Afrikanistik? Hier ware jetzt Zeitpunkt und Ort, zum grosen Lamento anzuheben. Und zunachst hatte ich meine Rolle heute Abend auch als die des Leichenbitters interpretieren wollen (vgl. Lenz 1975). Naturlich kann man sich fragen, ob das vorzeitige Ende des Sonderforschungsbereichs 520 eine Aussage uber die Afrikanistik in Deutschland insgesamt darstellt oder lediglich eine uber spezifische Hamburger Verhaltnisse? Ich weis schlicht nicht genug uber die Umstande des Auslaufens des SFB 520, um mir eine Antwort anzumasen. Statt dessen mochte ich versuchen, in auch vergleichender Absicht einige Aussagen uber die deutsche Afrikanistik insgesamt zu treffen. Dies bringt mich dann schlieslich zu meiner vierten Frage: Wie konnte die Zukunft von Afrikanistik in Deutschland aussehen?
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