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Fragen nach der Geschichte des Faches wurden jahrzehntelang nicht gestellt. Erst Ende der 70er Jahre begann eine langsame Annäherung an das Thema, wobei biographische Fragestellungen zunächst dominierten und die organisatorische Struktur der Fachinstitute erst danach bearbeitet wurde. Inzwischen kann der Zeitabschnitt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als gut erforscht gelten. Otto Groths „Geschichte der deutschen Zeitungswissenschaft“, die weitgehend als Ergänzung zu seinem vierbändigen Werk „Die Zeitung“ anzusehen ist, erschien unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.2 Groth führte seine Untersuchung bis in die Wilhelminische Zeit zurück, als einzelne Hochschullehrer begannen, innerhalb ihrer Fächer, zum Teil auch durch die Ausgründung eigener Institute die Zeitung als dominantes Massenmedium systematisch zu erforschen. Die neu zu gründende Disziplin wurde zunächst Zeitungskunde, später Zeitungswissenschaft genannt. Sie vermochte sich weder in der Weimarer Zeit noch in den Jahren des Nationalsozialismus den damals neuen Medien Film und Rundfunk mehr als oberflächlich zu öffnen. Der personelle und sachliche Ausbau der Zeitungswissenschaft zumal in den 30er Jahren ließ deshalb wissenschaftlich gesehen entscheidende Wünsche offen. Er stellte eine entscheidende Vorbelastung für die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg dar, die vordergründig zunächst als politische Belastung der handelnden Personen wahrgenommen und reflektiert worden ist.2
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