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Der Begriff der Mediensozialisation hat gegenwärtig insbesondere in der Medienwissenschaft und der Medienpädagogik Konjunktur, und dies, obwohl er kaum theoretisch fundiert und insbesondere für empirische Zwecke kaum operationalisiert worden ist. Es existiert eine Vielzahl von Medienwirkungs- und Mediennutzungstheorien, die sich mehr oder weniger umfassend mit den Motiven, den Formen und den Konsequenzen der individuellen Medienrezeption beschäftigen. Je nach disziplinärem Zugang und Anspruch werden in den vorhandenen Theorien gesellschaftliche und individuelle Bedingtheiten unterschiedlich berücksichtigt, die für die Rezeption von Medien gerade im Verbund von makrosozialen und mikrosozialen Prozessen eine bedeutsame Rolle spielen können. Ausgesprochen selten werden jedoch Theorien zur Medienrezeption mit Theorien zur Sozialisation von Menschen verknüpft. Diesem Manko widmet sich der folgende Beitrag1. Es wird dafür plädiert, Konzepte und Modelle der Sozialisation möglichst systematisch mit Medienaneignungsprozessen in Verbindung zu bringen. Will man die komplexen Phänomene individueller und kollektiver Mediennutzung überzeugend erfassen und erklären, so könnte aus meiner Sicht ein Modell einer Mediensozialisationstheorie von großem Nutzen sein. Die gestalterischen Momente einer solchen Theorie, die von ihrer generativen Komplexität her eine große Reichweite — sprich immense Erklärungskraft und ein möglichst umfassendes Erkenntnisinteresse (Donges/Meier 2001) — haben sollte, werden hier zunächst nur aufgezeigt und nicht modellhaft vollendet werden können.
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