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Bürgerbeteiligung hat Hochkonjunktur. Stadtplanerinnen, Politikerinnen, Jugendhilfe- und Sozialplanerinnen, Verwaltungsleute aus dem Grünflächen-, Gesundheits-, Stadtentwicklungs-, Hochbau- und Tiefbauamt, Wohnungsbaugesellschaften und die lokale Wirtschaftsförderung, Autorinnen aus Wissenschaft und Praxis quer durch die Disziplinen — sie überschlagen sich geradezu mit Hinweisen auf den demokratiestützenden und legitimationsfördernden Wert von Bürgerbeteiligung: ein wehrloser Begriff, den jede/r beliebig nutzen kann, um programmatisch Qualität zu signalisieren. Angesichts dieser Inflation von Bürgerbeteiligungs-Beschwörung stimmt es indes nachdenklich, wenn man sich die Praxis in vielen deutschen Kommunen anschaut: Ist das mit der Bürgerbeteiligung vielleicht gar nicht so ernst gemeint? Oder ist man zwar verbal dafür, aber hilflos in der Ausführung oder zu sehr beschäftigt mit internen Bürokratie- und Finanzproblemen? Startet man wieder mal einen großangelegten Trick zur Befriedung der Massen? Oder wird gar über Leerformeln eine Praxis schön geschrieben, die sich im Grunde nicht von derjenigen aus den letzten 30 Jahren unterscheidet?
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