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Für1 Praxis und Wissenschaft ergibt sich als gemeinsame Problematik, daß ,Reform’ begrifflich jeglicher Eindeutigkeit entbehrt und Evaluierung (von Maßnahmen) mehr ein Bedürfnis als eine greifbare Möglichkeit auf einem abgesicherten Weg darstellt. Der Reformbegriff ist fast schon ins Ubiquitäre abgeglitten, nachdem man sich in der Politik seiner etwas inflationär bedient hat und noch bedient. Inhaltlich bewirkt das eine Öffnung des Reformgedankens, die auch bloße Anpassung, Änderung, ja Korrektur einbezieht. Politisch führt es zum Verlust der Unterscheidbarkeit politischer Leistungen. ,Reform‘ erscheint positiv besetzt, während das Erhalten, die Pflege und Sicherung eines Bestandes kaum mehr als Leistung gilt. Man fühlt sich deshalb in der Politik quälerisch versucht, auch dort, wo man — was ganz legitim ist — bestehende Ordnungen an geänderte Verhältnisse anpaßt, von einer Reform zu sprechen und damit zu suggerieren, man wolle und könne aufgrund neuer Ideen oder einer ganz neuen Sicht der Probleme etwas grundlegend Neues machen. Es gibt demgegenüber sicher keinen Zwang, an der ursprünglichen Bedeutung von Reform i.S. von Neuordnung und Verbesserung festzuhalten; tut man das aber nicht, muß man auch die Folgen sehen. Eine von ihnen besteht eben darin, daß man alles und jedes als Reform ausgeben kann. Da man das tut, stehen wir vor der Notwendigkeit begrifflich genauer zu klären, was wir als Organisations- oder Verwaltungsreform akzeptieren und wodurch es sich ggf. von der ständigen Arbeit an der Organisation, die in jeder Behörde wie in der Verwaltung insgesamt stattfinden muß, unterscheidet.
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