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ZusammenfassungDie Genetik war zu der Zeit, als sich Barbara McClintock erstmalig mit ihr auseinandersetzte, ein noch relativ junger Fachbereich, kaum älter als sie selbst. Obwohl man die Arbeiten Johann Gregor Mendels (1822–1884) im Jahre 1900 — zwei Jahre vor Barbara McClintocks Geburt — wiederentdeckt hatte, wurde der Begriff «Genetik» erst 1906 durch den englischen Biologen William Bateson (1861–1926) geprägt, und auch der Begriff «Gen» war bis zu seiner Einführung durch den dänischen Biologen Wilhelm Johannsen (1857–1927) im Jahre 1909 ein unbekanntes Wort. Selbst dann noch konnte man ein «Gen» nicht eindeutig definieren, geschweige denn etwas Reelles, Greifbares innerhalb eines Organismus damit verbinden. Bestenfalls benutzte man den Terminus als abstraktes Postulat, mittels dessen man sich die Gesetzmäßigkeiten erklärte, nach denen Erbeigenschaften von einer Generation an die nächste gegeben werden. Zwar hatten bereits 1902 unabhängig voneinander sowohl der amerikanische Doktorand Walter Sutton wie auch der deutsche Zoologe Theodor Boveri auf brillante Weise die These vertreten, sogenannte «Mendelsche Erbfaktoren» (oder Gene) stünden in irgendeiner Verbindung zu jenen intrazellulären Chromosomengebilden, die damals von den Zytologen entdeckt worden waren; jedoch handelte es sich dabei um eine Behauptung, der die direkte empirische Bestätigung fehlte.
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