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Mit der Herausbildung des Sozialstaates als Reaktion auf das Massenelend der „neuen sozialen Klasse“ der Arbeiterschaft im Kaiserreich erfolgte auch die Herausbildung der modernen Sozialen Arbeit in Deutschland. Als Profession bildete sich die Soziale Arbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts heraus. 1908 wurde die erste soziale Frauenschule von Alice Salomon in Berlin gegründet, einige Jahre vorher, 1896, die erste Schule für Soziale Arbeit in Amsterdam. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der ersten nationalen Schule für Soziale Arbeit in London, die Pariser Sozialarbeitsschule „Ecole de formation sociale“ wurde 1907 eröffnet. Die ersten Schulen für Soziale Arbeit in verschiedenen europäischen Staaten verfolgten differierende bzw. konkurrierende philanthropische sozialpädagogische, konfessionelle, ideologische, sozialstaatliche, rechtliche, organisatorische und politische Konzepte (vgl. Lorenz 1992), somit erfolgte die Etablierung verschiedener Ausbildungsgänge und -formen und die Herausbildung einer großen Vielfalt und Heterogenität im Bereich der Sozialen Arbeit in den europäischen Ländern. Schon auf der ,Ersten Konferenz für Soziale Arbeit‘ in Paris 1928 wurde festgehalten, dass die Schulen für Soziale Arbeit – angefangen bei der Namensgebung – von nationalstaatlichen Charakterzügen geprägt sind (Premiere Conference 1929, Vol. II, 5, zit. nach Seibel 1985, S. 212). Auf den Folgekonferenzen, wie der Konferenz 1932 in Frankfurt, 1936 in London, 1950 in Paris oder auch 1972 in Den Haag, wurde immer wieder he-rausgearbeitet, dass europaweit einheitliche Formen von Ausbildung und Orten im Bildungssystem im Bereich der Sozialen Arbeit weder zu realisieren noch er-wünscht wären (vgl. Seibel 1985, S. 212f.). Das europaweit vorhandene, breite Spektrum unterschiedlicher Ausbildungsinstitutionen, -gänge und -abschlüsse war nach Hans Pfaffenberger (1981) auch für Deutschland zu konstatieren, er bezeichnet die Situation im Rahmen der Ausbildung für Soziale Arbeit als ,systemlos’, die Ausbildungsformen seien gegeneinander abgeschottet, bezie-hungslos nebeneinander und teils auch gegeneinander stehend.
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