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„Ein Gespenst geht um in Europa“ meldet der Spiegel im Januar 2010 unter Berufung auf ein Manifest Hamburger Künstler (vgl. Gaier/Logan/Schamoni u. a. 2009; Oehmke 2010). Das „Gespenst“ heißt „creativity theory“ und beruht auf den Thesen des US-amerikanischen Wirtschaftsgeografen und Bestsellerautors Richard Florida. Der hat vorgerechnet, dass Städte gegenwärtig und zukünftig nur dann prosperieren können, wenn sich die „creative class“ in ihnen wohl fühlt (Florida 2002). Auf der Basis statistischer Korrelationen zwischen geschickt aggregierten Indizes und der ökonomischen Entwicklung US-amerikanischer Städte expliziert Florida eine Theorie von nahezu biblischer Einfachheit: „My view of creativity and cities revolves around a simple formula, the 3 T’s of economic growth: technology, talent, and tolerance“ (Florida 2005: 6). Städte, so Florida, in denen überproportional viele Universitätsabsolventen leben (talent), denen es gleichzeitig gelungen ist, Unternehmen aus dem wissensintensiven Hochtechnologiesektor anzusiedeln (technology) und die sich durch eine besondere Form der Offenheit gegenüber nichtbürgerlichen Lebensformen auszeichnen (tolerance), weisen die höchsten ökonomischen Wachstumsraten und damit die größten Zukunftschancen aus.
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