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Das Öffentlichkeitsdefizit der Europäischen Union gilt als Kern des europäischen Demokratiedefizits. Die Beantwortung der Frage nach den Konstitutionsbedingungen einer europäischen Öffentlichkeit ist deshalb essentiell für die Beantwortung der Frage nach der Demokratisierbarkeit europäischen Re-gierens. Seit Beginn der neunziger Jahre dominierten allerdings pessimistische Einschätzungen der Aussichten für die Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit. Auf der Ebene der empirischen Analyse europäischer politischer Massenkommunikation scheint sich jedoch eine gewisse Trendwende anzukündigen. Dafür möchte ich die in diesem Band dokumentierten Studien von Marianne van de Steeg, Juan Díez Medrano, Christoph Meyer und einige jüngst in Angriff genommene größere empirische Forschungsprojekte als Indizien interpretieren (vgl. Eder/Kantner/Trenz 2000; Giesen/Risse 2000; Koop-mans 2000). Dennoch ist bisher auf der theoretischen Ebene die seit Beginn der neunziger Jahre leitende, hermeneutisch fundierte These nicht entkräftet worden, die besagt, die Europäer redeten aufgrund ihrer unterschiedlichen kollektiven Identitäten sowie aufgrund ihrer verschiedenen Mediensysteme und Muttersprachen in Bezug auf europäische Themen notorisch „aneinander vorbei“.
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