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Die Frage, wie Prozesse für eine nachhaltige, dauerhafte und zukunftsver trägliche Entwicklung auf allen Politikebenen angestoßen und aufrecht erhalten werden können, regt mittlerweile Praktiker wie Wissenschaftler gleichermaßen an. Der mit solchen bewußt deutungsoffenen Leitbegriffen wie „Nachhaltigkeit“ oder „Zukunftsfähigkeit“ implizierte Zwang zur perspektivischen Selbstreflexion hat sich zuweilen und v.a. auf der lokalen und regionalen Ebene als ertrag- und folgenreich erwiesen. Das begriffliche Korrelat zur Nachhaltigkeit, der eingängige, jedoch kaum in Handeln zu übersetzende Slogan vom „Global denken — lokal handeln“, ist zum Leitmotiv und Schlüsselwort einer umweltpolitischen Renaissance des Dezentralen geworden. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das sich seines Gegenstandes unsicher ist und sich dessen im Politikprozeß erst vergewissern muß. Was als Konzept und Selbstanspruch überzeugend klingt und was beim gedanklichen Assoziieren attraktiv erscheint, bedarf zumeist erheblicher inhaltlicher und v.a. institutioneller Übersetzungsleistungen. Zwar eint die Zustimmung zum positiv konnotierten Prinzipiellen. Gleichwohl entzünden sich in „Agenda 21“-Prozessen nicht selten sehr grundsätzliche Konflikte über den „richtigen“, den „nachhaltigen Weg“ im Umgang mit knappen Ressourcen. Besonders Umweltprobleme haben bisweilen eine hohe symbolische Besetzung und werthaft-moralische Aufladung (vgl. zur Konstruktion ökologischer Moral z.B. Christmann 1997), die nicht selten die Umsetzung von kleinräumigen, pragmatischen, step-by-step-orientierten Problemlösungen erheblich erschweren.
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