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„Jedes Land hat die Entwicklungshilfe, die es verdient.“1 Tatsächlich spiegelt die Entwicklungshilfe eines Landes ziemlich exakt seine internen Probleme und seinen Bewußtseinsstand wider (falls diese Verallgemeinerung zulässig ist). In der Bundes republik Deutschland zählte und zählt die Entwicklungshilfe eher zu den ungeliebten ‚Kindern‘der Politik. Von ‚links‘als Fortsetzung kolonialer Ausbeutung mit subtileren Mitteln kritisiert, wird ihr von ‚rechts‘vorgeworfen, Steuergelder für sozialistische Experimente zu verschwenden. Die große Koalition der Kritiker von links und rechts übersieht meist, daß Entwicklungshilfe pragmatische Interessenpolitik ist — und wohl auch nichts anderes sein kann. Wie die übrigen Bereiche auswärtiger Politik dient auch Entwicklungshilfe in West, Ost und — neuerdings — Süd handfesten Interessen, und zwar zunächst denen der Geberländer. Politik jenseits aller Interessen ist kaum vorstellbar, vermutlich nicht einmal wünschenswert. „Auch in der Entwicklungshilfe geht es nicht darum, unsere Interessen zu leugnen, es geht darum, sie richtig zu verstehen und zu definieren.“2
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