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In der qualitativen empirischen Sozialforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten eine fast schon unüberschaubare Fülle von Methoden etabliert. Dabei muss jedoch festgestellt werden, dass diese bislang überwiegend auf die Erhebung und Auswertung von sprachlich-textlichen Daten konzentriert bleiben. Indessen gewinnen jedoch visuelle Kommunikationsformen in unserem Alltag eine immer größere Bedeutung. Dies macht sich auch in der Forschung bemerkbar. So stellt die Analyse von Videodaten die derzeit wohl am meisten versprechende Entwicklung für die Sozialwissenschaften dar. Denn die breite Verfügbarkeit von Videokameras erlaubt eine weitgespannte Datensammlung des sozialen Lebens in einer nie gekannten Detailliertheit und Komplexität. In nahezu allen Kulturwissenschaften sind deswegen Video-Aufzeichnungen mittlerweile tatsächlich zu einer gebräuchlichen Datensorte geworden. Dies reicht von der Ethnologie, die das bewegte Bild schon lange und institutionalisiert pflegt, über die Psychologie, die eine eigene, vor allem experimentell verankerte Tradition entwickelt hat (vgl. z.B. Ekman/ Friesen 1969), bis in die Soziologie, ja sogar in die Politikwissenschaft und die Literaturwissenschaft. In all diesen Disziplinen ist das bewegte Bild inzwischen zu einem anerkannten Datenmaterial avanciert. Manche Forscher verbinden diese Entwicklung mit sehr hochgesteckten Erwartungen, wie sie von Secrist et al. (2002: Abs. 42) emphatisch formuliert werden: „as we are able to look at real life in new ways, we may possibly come to new discoveries“.
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