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Es scheint, daß das Auto für die meisten Menschen nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. Sämtliche Verkehrsprognosen weisen auf ein weiteres Ansteigen der Automobilität hin, eine „Sättigungsgrenze“ sei vorerst nicht in Sicht (Läpple 1997: 197). Diese Entwicklung bleibt von den Konjunkturen des gesellschaftlichen Umweltbewußtseins offensichtlich unbeeinflußt. Zwar mag die Behauptung, daß das Umweltschutzmotiv „beim Verkehrsverhalten keine Rolle“ spiele (de Haan/Kuckartz 1996: 263), zu apodiktisch klingen; aber auch andere Autoren sprechen von der „geringen ‚kausalen‘ Wirkung eines gesteigerten Umweltbewußtseins“ (Brüderl/Preisendörfer 1995: 83). Gerade das individuelle Mobilitätsverhalten setzt dem Anspruch einer ökologisch motivierten Veränderung der vorherrschenden Lebensweise harten Widerstand entgegen. Unsere eigenen Befunde zeigen: Die Einsicht, daß eigentlich eine solche Umgestaltung nötig wäre und insbesondere der heutige Massenverkehr der Umwelt schadet, ist gesellschaftlich präsent, aber gewissermaßen alt geworden. Zu diesem Alterungsprozeß hat nicht nur die Verlagerung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf andere Problemfelder (Massenarbeitslosigkeit, wirtschaftliche Unsicherheit) beigetragen, sondern auch die (Selbst-)Erfahrung, daß man zumindest diesen Bereich der eigenen Lebensweise nicht nennenswert verändern kann und im Grunde auch nicht will. Bei der Verkehrsmittelwahl sieht man zumutbare Veränderungsmargen des eigenen Verhaltens denn auch nur bei kleinen Alltagsentscheidungen — ob etwa dieser oder jener Weg auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen wäre—, nicht aber in der Frage, ob überhaupt ein Ausstieg aus dem Auto möglich sei (Heine/Mautz 1998: 44 ff.).
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