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Überlegungen zur Beziehung von disziplinärer Perspektive und interdisziplinärer Verflechtung in der Psychologie werden aus psychologiehistorischer Sicht angestellt. Einleitend werden inhaltlich entgegengesetzte Stellungnahmen zur Frage, ob die Psychologie eine Einheit bilde, skizziert. Im Anschluss an T. Herrmanns Unterscheidung zwischen Institutionsprachspielen und Forschungssprachspielen wird die Auffassung vertreten, dass sich die Einheit der Psychologie nicht auf der Ebene einer disziplinären Definition bestimmen, sondern in der invarianten Spezifik bei der Bearbeitung komplexer Forschungsprogramme nachweisen lässt. Die Evidenz einer spezifisch psychologischen Perspektive wird am Beispiel der Abwehr von biologischen Reduktionismen (U. Laucken; H. Gardner) sowie anhand älterer (W. Wundt) und neuerer (A. R. Damasio) Stellungnahmen zum psychophysischen bzw. Leib-Seele-Problem demonstriert. Dabei wird deutlich, dass die gegenwärtig zunehmend beobachtbare Orientierung der Psychologie an den Neurowissenschaften (Neuropsychologie, Biopsychologie) nicht notwendigerweise die Ausblendung der spezifisch psychologischen Perspektive zur Folge und somit keine einheitszerstörenden Effekte haben muss.
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