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So lautete die Diagnose und Selbstverortung, die im Februar 2008 am Anfang unserer Magazingründung stand. Beeinflusst von neuen feministischen Theorieansätzen und Praktiken aus dem angloamerikanischen Raum und gleichzeitig glühende Popkulturfans, die ihre eigenen – weiblichen – Lebensrealitäten viel zu selten in den gängigen Popkritikformaten widergespiegelt sahen, machten wir für uns und andere eine publizistische Lücke aus, die wir dringend füllen wollten. Weder ging es uns dabei um die Konzeption eines weiteren klassischen Frauenmagazins, das Frauen mit ihren spezifischen Erfahrungen zwar in gewisser Weise ‚ernst nimmt‘, dabei aber die binäre Geschlechterordnung mit ihrer Zurichtung auf den männlichen Blick reproduziert, noch wollten wir die gängige Berichterstattung der männlich dominierter Popzeitschriften einfach ‚umdrehen‘. Wir hatten uns stattdessen das ebenso ehrgeizige wie vage Ziel gesetzt, die Ermächtigungsbotschaften des Dritte Welle Feminismus in aktuellen Journalismus zu übersetzen und uns dabei nicht nur auf Pop als Thema zu beschränken, das Begehren an ihm aber nicht auszuschließen. Das alles sollte nicht nur inhaltlich, auf hohem handwerklichen Niveau unterhalten und fordern, sondern auch äußerlich glänzen. Schließlich wollten wir auch all diejenigen Frauen unserer Generation ansprechen, die sich bislang noch nicht mit den Diskursen um Geschlechterrollen und Feminismus befasst hatten – und das konnten wir nur, wenn wir optisch wie inhaltlich neben der Konkurrenz am Kiosk bestehen konnten. Acht Monate später erschien die erste Ausgabe von Missy.
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