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Eine Pause bei der Entwicklung hin zur Freizeitgesellschaft Die Entstehung einer durch das Wirtschaftswachstum begünstigten «Freizeitgesellschaft», die Anfang der 1960er Jahre vom Soziologen Joffre Dumazedier angekündigt wurde, wird durch die Realität widerlegt, wenn man die Ergebnisse der Erhebungen Zeiteinteilung der Jahre 1974, 1986 1998 heranzieht. Der säkulare Trend der Abnahme der Arbeitsdauer kam zwischen den beiden letzten Erhebungen zum Stillstand. Im Gegenzug stagniert die Dauer der Freizeit bei den Erwerbstätigen und nimmt lediglich bei den Erwerbslosen weiter zu. In der Vergangenheit waren die Frauen gegenüber den Männern im Hinblick auf die Dauer der Freizeit sehr benachteiligt. Ausgeglichen wurde dieses Handikap teilweise durch die Abnahme der Ungleichheiten gegenüber den Männern, was die berufliche und heimische Arbeitszeit anbelangt. Die Freizeit der Frauen nimmt zu, allerdings nicht zu Lasten der Berufstätigkeit, sondern auf Kosten der Hausarbeit. Während 1974 die Arbeiter weniger Freizeit als die wohlhabenderen Bevölkerungsgruppen hatten, ist heute genau das Gegenteil der Fall; zurückzuführen ist dieser Anstieg aber hauptsächlich auf die höhere und längere Arbeitslosigkeit. Das Ausbildungsniveau ist die Determinante der Arbeitsdauer, deren Auswirkungen sich am meisten verändert haben: heute arbeiten diejenigen mit dem höchsten Ausbildungsniveau am längsten und haben am wenigsten Freizeit. Die Differenzierung der Freizeitpraktiken entsprechend dem Schulniveau weist 1974 wie auch 1998 die gleichen Hauptmerkmale auf: der Besuch von Aufführungen und Veranstaltungen, die Mitgliedschaft in Verbänden, Lesen, Spiele oder Musik sind eher die Domäne derjenigen mit dem höchsten Ausbildungsniveau. Noch mehr als in der Vergangenheit verbringen die Hauptschulabgänger und die Personen ohne Berufsabschluss ihre Freizeit vor dem Fernseher: der Vorsprung letzterer in diesem Bereich gegenüber den Abiturienten oder Inhabern von Hochschulabschlüssen hat noch zugenommen.
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