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Konservative Revolution im Verlagswesen. Wie das Buch doppelansichtig, d.h. ökonomisch und symbolisch, Ware und Signifikation zugleich verkörpert, ist auch der Verleger eine zwiespältige, dazu verurteilte Figur, Kunst und Geld, Literaturliebe und Profitstreben, in Strategien zusammenzubringen, die jeweils irgendwo zwischen den beiden Extremen des zynischen sich Unterwerfens unter die kommerziellen Zwänge und der, sei es heroischen, sei es gedankenlosen Indifferenz angesichts wirtschaftlicher Notwendigkeiten angesiedelt sind. Entgegen der Illusion der Autonomie der offenbaren Orte der Entscheidung (Verleger, Lektorenausschuß, Leserschaft, Leiter von Reihen), für die die Erfordernisse des Feldes nicht gültig zu sein scheinen, zeigt der Artikel die eigentlichen ökonomischen und sozialen Determinanten solcher verlegerischen Strategien auf. Ausgehend von einer Untersuchung unter 61 Verlegern französischer oder übersetzter Literatur, die zwischen Juli 1995 und Juli 1996 Veröffentlichungen herausbrachten, erlaubt eine mehrfache Korrespondenzanalyse die Struktur des Verlegerfeldes freizulegen. Es wird daran deutlich, wie auf der Ebene des Gesamtumfangs von besessenem Kapital den großen, alten Unternehmen, bei denen alle Arten des Kapitals, d.i. ökonomisches, kommerzielles und symbolisches, gleichzeitig angehäuft sind, und als deren bestes Beispiel Gallimard gelten kann, kleine, erst kürzlich entstandene Unternehmen gegenüberstehen, denen, noch in der Phase der Initialakkumulation von Kapital befindlich, jede Art von Kapital mangelt, selbst wenn sie auf ein gewisses Maß an symbolischem Kapital in Form von Wertschatzung oder Bewunderung seitens einiger «Entdecker», Kritiker, Avantgarde-Schriftsteller, unterrichteter Buchladen und einschlagig bewanderter Leser zahlen können. Ein zweiter Faktor differenziert die Häuser ihrer Kapitalstruktur nach, d.h, nach dem relativen Gewicht ihres Finanzkapitals (einschließlich kommerzieller Kapazität) und des symbolischen, das sie (in Abgrenzung vom durch den Index erfalsten, schon seit ihrer Gründung angesammelten Kapital) ihrer jüngsten Vergangenheit und der gegenwärtigen Aktivität verdanken. Schließlich stellt eine dritte Skala die Verleger, die keine, oder nur wenige, insbesondere ans kleineren, seltenen Sprachen, übersetzungen veröffentlichen, denjenigen gegenüber, die, den Marktzwängen starker unterworfen, viel und überwiegend aus dem Englischen übersetzen, d.h. kommerzielle Literatur mit sicher garantiertem Verkaufserfolg.
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