Gentrification ist Modethema. Vor ein paar Jahren noch galt der Begriff als akademische Fachvokabel für die aufwertungsbedingte Verdrängung ärmerer Bevölkerungsgruppen aus städtischen Nachbarschaften – heute ist er aus den Flugblättern und Plakaten von Stadtteilinitiativen ebenso wenig wegzudenken wie aus den wohnungspolitischen Debatten in den Parlamenten und den Schlagzeilen des Feuilletons. Statt der erklärenden Zusätze „Soziologen nennen dieses Phänomen …“ ist der Gentrification-Begriff in die Überschriften aufgerückt. Bei SpiegelOnline gibt es seit kurzem sogar eine eigene Rubrik für die Beiträge zum Thema. Das Geheimnis dieser Blitzkarriere ist schnell erklärt: Die damit beschriebenen Prozesse der Verdrängung haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und betreffen zunehmend auch die Mittelschichtshaushalte in den Städten. Seit auch Akademiker/innen und Lehrerehepaare um ihre Wohnungen in angesagten Vierteln bangen müssen, haben die Politik und die Medien das Thema aufgegriffen. Im SPIEGEL, in der WELT und in der Süddeutschen Zeitung sind in den letzten Monaten regelmäßig Artikel erschienen, die über steigende Mieten, Neubauvorhaben und die Schwierigkeit eine bezahlbare Wohnung zu finden, berichten.
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