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Zusammenfassung. Kurt Lewin und Siegfried Bernfeld gehören zu den wenigen psychologischen Forschern bzw. Psychoanalytikern, die dem je anderen Feld Beachtung schenkten. Sie arbeiteten Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre gleichzeitig in Berlin. Es kam zu einem, wenn auch begrenzten, mündlichen wissenschaftlichen Austausch, der sich, wie gezeigt wird, im Werk beider niederschlagen sollte. Die biographischen und werkimmanenten Gründe dafür, daß gerade diese beiden Wissenschaftler ausnahmsweise die je andere Psychologie rezipierten, werden rekonstruiert. Dazu zählen biographische Gemeinsamkeiten wie ihr Alter, die Herkunft aus osteuropäischen jüdischen Familien, ihr linkes politisches Engagement in Jugendbewegung und Reformpädagogik, sowie der Glaube an ein einheitswissenschaftliches Programm für die Psychologie. Theoretisch zeichnen sich beide durch eine ungewöhnliche Breite ihrer wissenschaftlichen Interessen aus. Insbesondere ihr Interesse an praktischen sozialen Fragen ließ beide, bei allen vorhandenen Differenzen, schon früh zu einer stark sozialpsychologischen Auffassung von Psychologie kommen ließ.
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