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Hintergrund: Selbstekel beschreibt die Abscheu, die gegen spezifische Aspekte der eigenen Person gerichtet ist und könnte deshalb eine wichtige Rolle für depressive Störungen spielen. Ziel einer ersten Studie war die Entwicklung eines Messinstruments, das sowohl in psychisch gesunden als auch klinischen Populationen eingesetzt werden kann. Methodik: Eine erste Version des Fragebogens zur Erfassung des Selbstekels (FESE) wurde von 895 Probanden im Alter zwischen 15 und 71 Jahren bearbeitet. Ergebnisse: Die Hauptachsenanalyse mit schiefwinkliger Rotation ergab für die Daten der ersten Teilstichprobe (n = 302) 2 inhaltlich relevante Faktoren: «personenbezogener Ekel» (9 Items, Abwertung des eigenen äußeren Erscheinungsbildes und der Persönlichkeit) und «verhaltensbezogener Ekel» (5 Items, Abwertung des eigenen Verhaltens). Diese Lösung konnte durch eine konfirmatorische Faktoranalyse über die zweite Teilstichprobe (n = 593) bestätigt werden. In einer zweiten Studie erzielten depressive Patienten in stationärer Therapie höhere FESE-Werte als gesunde Kontrollprobanden. Schlussfolgerungen: Der FESE ist ein reliabler, valider und ökonomischer Fragebogen zur Erfassung des Selbstekels, dessen klinische Relevanz für Patienten mit einer Depression aufgezeigt werden konnte. Die Untersuchung weiterer klinischer Störungen mittels dieses Instruments erscheint vielversprechend.
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