No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Zusammenfassung Nero bleibt ein Rätsel. Der römische Kaiser (54–68 n. Chr.), der seine Mutter ermordete, der angeblich Rom in Brand gesteckt hat, der zum ersten Mal in größerem Stile Christen verfolgte, der als Wagenlenker, Dichter und Bühnenschauspieler öffentlich auftrat und sich schließlich einsam das Leben nehmen mußte, bereitet der Forschung noch immer erhebliche Probleme. In der vorliegenden Studie soll ein neuer Zugang zu diesem Princeps eröffnet werden: Ausgehend von seiner Griechenlandreise im Jahr 66/67 werden die Zeugnisse für das Wirken Neros mit den Rahmenbedingungen und Handlungsspielräumen eines Princeps der frühen römischen Kaiserzeit in Relation gesetzt. Dabei werden insbesondere die vielfach belächelten (allerdings durch archäologisches und numismatisches Material bestätigten) Hinweise in der antiken Historiographie auf Neros singuläres Selbstverständnis als Künstler konsequent ausgewertet und weitergedacht. Das Ergebnis zeigt einen Herrscher, der sich weniger als Princeps denn als Künstler definierte, der in dieser Rolle eine geradezu mythische Qualität erstrebt und die Umsetzung dieses Vorhabens letztlich nur deshalb nicht erreicht hat, weil er am Ende seiner Herrschaft nicht mehr imstande war, mit der zunehmenden Eigendynamik der Entwicklungen um ihn herum mitzuhalten.
Loading…
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.