Bei der Analyse der Erwerbstätigkeit verheirateter Frauen wird in der Regel von der Annahme ausgegangen, dass innerhalb des Paars eine Spezialisierung vonstatten geht. Der Mann gilt auf dem Arbeitsmarkt ais rentabler, während die Frau sich vorrangig um den Haushalt kümmert. In dieser Hinsicht zeigten die ökonometrischen Arbeiten, beidenen die Beziehung zwischen Fertilität und Präsenz am Arbeitsmarkt, die Anreiz-oder hemmenden Effekte der Steuerpolitik oder die durch die Kleinkinderanfallenden Kosten analysiert wurden, dass die Entscheidung der Frauen zugunsten einer Erwerbstätigkeit sehr komplex ist. Ein grsser Nachteil dieser Ergebnisse ist jedoch, dass die Heterogenität der individuellen Verhaltensweisen, die auf die persönlichen Eignungen oder Praferenzen der Einzelnen sowie auf die Art und Weise, wie diese ihren Werdegang beeinflussen, zurückzuführen sind, unberücksichtigt bleiben. Mit der Auswertung des französischen Teils des europäischen Panels der Privathaushalte und der Verwendung neuer ökonometrischer Methoden lasst sich die Analyse des Verhaltens verheirateter Frauen im Hinblick auf die Erwerbstätigkeit anhand von Longitudinaldaten verfeinern. Durch diesen neuen Ansatz wird der Einfluss, der in der Regel bestimmten Determinanten des Verhaltens der Frauen im Hinblick auf die Erwerbstätigkeit zugewiesen wird, infrage gestellt. Wie erwartet nimmt die Erwerbstätigkeit der Frauen mit ihrem Ausbildungsniveau zu, wahrend das Einkommen des Partners - zumindest kurzfristig - nur einen geringen Einfluss auf die Entscheidung zugunsten einer Erwerbstätigkeit hat. Ausschlaggebend ist vielmehr das durchschnittliche oder langfristige Einkommen. Desgleichen behindert zwar das Vorhandensein eines Kleinkinds zeitweilig die Erwerbstätigkeit der Frauen ; die Gesamtzahl der Kinder zwingt aber eher wahrend des gesamten Lebenszyklus zu einem Kompromiss zwischen Fertilität und Erwerbstätigkeit, auch wenn die durch die Kinder entstehenden Kosten bei der Entscheidung zahlreicher Frauen zugunsten einer Berufstätigkeit zu Buche schlagen.
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