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Eigentlich sollte man meinen, daß die Nachzeichnung und Einschätzung des Wandels in den Erwerbs- und Berufsverläufen in Ostdeutschland seit der Wende kein besonders strittiges Thema sei. Zumindest die Richtung dürfte zweifelsfei vorgegeben sein, denn wer will ernsthaft bestreiten, daß es sich um einen tiefgreifenden Umbruch handelt? Wir wollen im folgenden zeigen, daß diese Einschätzung dennoch nicht so einfach ist und durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten rühren daher, daß in der Transformation des ostdeutschen Erwerbs- und Berufssystems zumindest drei Wirkmechanismen ineinandergreifen, die je für sich unterschiedliche Maßstäbe für die Beurteilung der Prozesse setzen, die wir in diesem Zusammenhang beobachten. Es handelt sich um (1) Transformation als Modernisierung, (2) Transformation als Wiedervereinigung sowie (3) um ein Fortwirken von DDR-spezifischen Eigenheiten und Prägungen in dem Sinne, daß der 9. November 1989 genauso wenig eine Stunde Null darstellt, wie es die Situation nach dem 2. Weltkrieg gewesen ist.
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