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Das Internet dient, gestützt durch eine immer noch wachsende massenmediale Aufmerksamkeit, als Projektionsfläche für alle möglichen politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und individuellen Wünsche und Ängste. Auf der Seite der Wünsche ist das Internet zum Symbol für optimierte Kommunikation schlechthin geworden, was sich in der Metapher des Information Superhighway (Datenautobahn) sinnfällig ausdrückt. Dieser Wunschidee liegt der Mythos eines zeit- und grenzenlosen Informationsaustausches zugrunde. Dementsprechend soll durch den Information Superhighway die Lösung der ökonomischen, sozialen, politischen und ökologischen Probleme unserer Zeit möglich werden (Al Gore).1 Auf der Seite der Ängste ist das Internet zur Metapher für die Bedrohung durch das Neue, Fremde und Verbotene geworden — eine Vorstellung, die auf dem Mythos von der allmächtigen Wirkung der Kommunikationsmedien beruht und die sich dann in spektakulärer, oft überdramatisierter Berichterstattung in den Massenmedien niederschlägt. Beispielhaft sind etwa die Themen Hacker, Computerkriminalität oder Pornographie im Internet. Viele der öffentlichen Diskussionen drehen sich in diesem Zusammenhang um Probleme wie das Verhältnis von Zensur und Freiheit der Rede im Netz, um die Frage Datenverschlüsselung versus allgemeiner Datenzugriff, oder auch um das Verlangen nach elterlicher Zugangskontrolle.
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