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Die europäische Sozialforschung war von Anfang an verwertungsorientiert, d.h. von dem Bemühen getragen, durch die Anwendung wissenschaftlicher Befunde die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und als soziales Gewissen der Gesellschaft zu wirken. Dies zeigen etwa die englischen Sozialenquetten des 19. Jahrhunderts, in denen die Auswirkungen der Industrialisierung untersucht wurden. Die Entwicklung der britischen Sozialwissenschaft fand ihren Ursprung im Bemühen, im Kontext der Armut Fakten auffinden zu wollen (z. B. Charles Booth, B. Seebohm Rowntree, Sidney und Beatrice Webb).1 René König schreibt: „Die ganzen frühen Versuche der Sozialforschung sind getragen von einer leidenschaftlichen Anklage, den Menschen nicht in den Zuständen zu lassen, in denen er sich verloren hat.“2 Die ersten empirischen Studien waren eine Mischung aus Analyse und Empfehlungen, was zu tun sei; typisch ist etwa die 1845 erschienene Studie von Friedrich Engels über Die Lage der arbeitenden Klasse in England. 3
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