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Ich mochte im Folgenden gleichsam von ausen einen Blick auf die deutsche Kriminologie werfen. Dieses ‚Ausen‘ bezieht sich dabei nicht auf die Brille eines fremddisziplinaren Wissenschaftlers, etwa auf die authentische und originare Sicht eines Vertreters der kriminologischen Bezugswissenschaften, derer sich die Kriminologie ja gerne ruhmt, deren Reprasentanten jedoch nur ungern ihren Eigensinn aufgeben und in die Haut der Kriminologie schlupfen. Auch nicht geht es darum, das ‚Ausen‘ des Praktikers und Politikers anzunehmen oder zu simulieren, um klarende Distanz und vielleicht etwas sanitare Fremdheit zu ermoglichen. Vielmehr geht es mir um eine Perspektive, deren harmlose Seite rein geographischer Art ist, deren brisantere Bedeutung die wissenschaftliche Identitat der Kriminologie beruhrt. Damit soll der universalistische Anspruch formuliert sein, den die Kriminologie nicht nur von ihren Bezugsdisziplinen kennt, sondern der Fundament und Selbstverstandnis von Wissenschaft uberhaupt ist. Wissenschaftlicher Universalismus meint die Existenz und Akzeptanz von allgemein gultigen Regeln und Kriterien der Erzeugung von wissenschaftlichen Aussagen. Diese manifestieren sich in methodischen und theoretischen Prinzipien, wie sie in Lehr- und ‚Rezept‘buchern niedergelegt und abrufbar sind. An ihnen wird ublicherweise der Geltungsgrund wissenschaftlicher Befunde und Aussagen gemessen.
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