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Einige der Klagen fiber die Qualität der Zeitungen sind so alt wie dieses Medium selbst. Neben der Kritik an der Pressesprache oder ihrer mangelnden Verstandlichkeit gehört zu diesen Evergreens der Pressekritik auch der Einwand gegen die mangelnde Ordnung und Übersichtlichkeit der Berichterstattung. So klagt Caspar Stieler, einer der ersten Publizisten, am Ende des ersten Zeitungsjahrhunderts im Jahre 1695, daß man in den Zeitungen „lauter Stückwerk“ und „so gar keine Ordnung antreffe“ (Stieler 1695/1969, 160). Johann Peter von Ludewig, der an der Universität Halle an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert ein Zeitungskolleg als zeitgeschichtliches Seminar abhielt, schlägt in seiner Schrift „Vom Gebrauch und Mißbrauch der Zeitungen“ vor, daß „die Avisen nach ihren besonderen Materien von einander gesondert und eingeteilet würden (...) daß ein jeder zu seinem foro greifen körmte / und nicht nothig hätte / mit anderen Dingen / die ihm nichts nützen können / die Zeit zu verlieren“ (Ludewig, 100). Es sollte noch rund 200 Jahre dauern, bis dieser Ordnungsvorschlag in der joumalistischen Praxis umgesetzt wurde. Was diese beiden Zitate aber schon zumAusdruck bringen: Prinzipien der Übersichtlichkeit und der Ordnung kommen dann ins Spiel, wenn Selektionsaufgaben bei der Lektiire zu lösen sind.
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