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Die Untersuchung der kupferzeitlichen befestigten Siedlung von Zambujal (Portugal) zahlt seit 1964 zu den Forschungsschwerpunkten des Deutschen Archaologischen Institutes, Abteilung Madrid. Durch die Grabungen von E. Sangmeister und H. Schubart zwischen 1964 und 1973 sind bereits drei Befestigungslinien bekannt geworden, die den uber einem Felssporn gelegenen Besiedlungskern nach Osten gegen den Hang absichern. 1995 war, unter Leitung von M. Kunst, etwa 50 m weiter ostlich der dritten Befestigungslinie eine vierte entdeckt worden, deren Ausgrabung vor allem Gegenstand der Kampagnen von 2001, 2002 und 2004 war. Die architektonischen Reste zeigen eine mehrphasige Anlage, deren baugeschichtliche Entwicklung im vorliegenden Aufsatz vorgestellt wird. Die Bausequenz begann mit einer einfachen, etwa 1 m breiten Mauer, die durch zwei Tordurch lasse unterbrochen ist: Bauphase ›Este 1‹. Diese Mauer wurde im Laufe ihrer Nutzungszeit durch verschiedene Verstarkungen stark modifiziert, wobei eine relative Chronologie der Innenseite von der der Ausenseite unterschieden werden muss. Die Tordurchlasse der altesten Mauer wurden an der Ostseite durch zwei hohle Halbrundturme zugesetzt: Bauphase ›Este Ausen 2‹. Mit dieser Phase scheint eine Mauerverblendung westlich der Kernmauer in Verbindung zu stehen, bei der die Eingange in die Halbrundturme frei gelassen werden: Bauphase ›Este Innen 2‹. Diese Eingange wurden spater durch eine massive Mauerschale zugesetzt – Bauphase ›Este Innen 3‹ –, eine Baulosung, die in der folgenden Bauphase ›Este Innen 3b‹ noch einmal verstarkt wurde. Auch nach Osten wird die vierte Linie nach Ablagerung machtiger Schichtpakete durch weitere Verstarkungsmauern verblendet: Bauphase ›Este Ausen 3a‹. Die Errichtung eines massiven Halbrundturmes an der Ostseite setzt nach bisherigen Erkenntnissen den Schlusspunkt in der Bausequenz: Bauphase ›Este Ausen 3b‹. Im Zuge der Untersuchungen wurden 14 Proben aus verschiedenen Befunden fur 14C-Analysen entnommen, deren Datierungen hier vorgelegt werden. Sie bestatigen die Ergebnisse zur Baugeschichte der Linie IV. Diese neue 14C-Datenserie wurde daruber hinaus mit den neu kalibrierten Datenserien der Grabungen von E. Sangmeister und H. Schubart verglichen. Ziel der Untersuchung war es, die Baugeschichte der Linie IV in die Gesamtchronologie von Zambujal nach E. Sangmeister und H. Schubart einzugliedern. Dabei zeigte sich, dass die architektonische Entwicklung der vierten Linie das strategische Gesamtkonzept der Siedlung nachzeichnet. Ein Siedlungsbefund an der Westseite der vierten Linie konnte in die fruhe Glockenbecherphase datiert werden, allerdings sind Funde dieser Keramik bisher in diesem Bereich nicht nachgewiesen. Dadurch wird die bisherige Annahme bestatigt, dass die Verbreitung der Glockenbecherkeramik im Siedlungsareal auf funktionale, nicht auf chronologische Grunde zuruckzufuhren ist.
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